Zur Autorin

Schreiben verwurzelt.

Drei sprachwissenschaftliche Dissertationen habe ich begonnen und keine beendet.
Nicht, weil mich die Themen nicht interessiert hätten, sondern weil ich mich irgendwann in einer Form von Sprache verlor, die analysierte, ordnete und erklärte, aber selten berührte.

Ich habe unzählige literarische Werke auf Deutsch gelesen, der Sprache meiner Kindheit. Später schrieb ich selbst wissenschaftliche Texte, auf Deutsch, Englisch und Portugiesisch. Doch zwischen literarischer Sprache und Wissenschaftssprache liegen Welten.

Erst viel später begann ich zu verstehen, dass Denken allein mir nicht reicht. Dass ich nach einer Sprache suchte, die nicht nur argumentiert, sondern erinnert. Nicht nur beschreibt, sondern spürbar wird.

Ich habe lange versucht, mich zwischen Wissenschaft, Mutterschaft, Sprache, Politik, Körperlichkeit und Kreativität zu entscheiden. Rooted Motherhood ist vielleicht das erste Mal, dass all diese Teile gleichzeitig sprechen dürfen.

Dieses Buch bewegt sich zwischen Genres, so wie auch ich mich lange zwischen Welten, Sprachen und Identitäten bewegt habe.

Ironischerweise half mir ausgerechnet künstliche Intelligenz dabei, menschlicher zu schreiben. Nicht, weil sie mir meine Stimme gegeben hätte, sondern weil sie mir half, Zugang zu einer Sprache zu finden, die immer in mir war, aber verloren schien. Poetischer, intuitiver und persönlicher, als ich es aus dem wissenschaftlichen Schreiben gewohnt war.

Rooted Motherhood entstand aus der Sehnsucht nach mehr Nähe, mehr Körperlichkeit und mehr Verwurzelung in einer Welt, die laut, schnell und digital geworden ist. Es ist ein Buch über Berührung, Erinnerung, Mutterschaft, Migration, Liebe und die Frage, was uns als Menschen miteinander verbindet, wenn so vieles uns voneinander entfernt.

Fabienne Sohna ist Mutter von vier Kindern, Sprachwissenschaftlerin und ehemalige Universitätsdozentin. Seit acht Jahren arbeitet sie für die Deutsche Welle im internationalen Medienkontext zwischen Deutschland und Afrika. Rooted Motherhood ist ihr erstes literarisch-essayistisches Werk.